Da es auch durch die saisonale Grippe zu höherer Mortalität kommen kann, fragt sich, wo die Grippetoten aufgeführt werden. Immerhin gab es zum Beispiel im Grippefrühjahr 2015 eine zusätzliche Übersterblichkeit von 2200 Personen in der Altersgruppe der Über-65-Jährigen, wie das Bundesamt für Statistik (BfS) schreibt. Die Grippefälle werden jedes Jahr vom Bundesamt für Gesundheit durch das Sentinella-Screening erfasst. Doch Mitte März hat das BAG damit aufgehört. Aus diversen Gründen wie das BAG schreibt: «Einerseits sind die Symptome von Covid-19 und einer Influenza-Erkrankung ähnlich.» Weiter könnten Covid-19-Fälle in der Statistik der Grippe erscheinen und zudem verändere die Corona-Situation das Verhalten von Erkrankten bezüglich der Hausarzt-Konsultationen. Deshalb seien die Daten für die Grippe weniger aussagekräftig und würden nicht mehr weitergeführt.

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«Die Zahl der Grippetoten lässt sich nun nicht mehr klären. Ich würde es auch gerne wissen, der Job wurde nicht gemacht», sagt Pietro Vernazza, Chefarzt der Klinik für Infektiologie in St. Gallen dazu.

Quelle: https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/in-den-meisten-schweizer-kantonen-gibt-es-keine-neuinfektionen-mehr-aber-was-ist-mit-den-grippetoten-137903227